um die ecke liegt kasachstan
Archiv 2005
100 x 100 x 200cm
um die ecke liegt kasachstan ist ein komplexes Archiv, ein Denkraum, der seine Entsprechung in Christine Hunolds Arbeit der letzten Jahre hat. Unter dem Eindruck der weltweiten ökonomischen Situation, beschäftigt sie sich mit der sogenannten 4. Welt*, den shrinking cities und der damit einhergehenden sozialen Exklusion. Das Objekt aus Abbruchholz, ist den Ruinen schrumpfender Städte nachempfunden, die provisorisch mit demselben Material gesichert werden, jedoch schon heute einen endgültigen Charakter haben.
Die integrierte Bibliothek beschäftigt sich mit dem Phänomen der aussterbenden Städte, in Untersuchungen der Pflanzenwelt auf kontaminierten Industriebrachen (und der märchenhaften Entdeckung, dass sich dort selbst ausgestorben geglaubte Sträucher ansiedeln), in utopischen Stadtentwürfen und soziologischen, historischen und politischen Recherchen.
Die Fotoserie auf DVD (500 Bilder in einem 30 min. loop) fügt diesen Gedanken einen, der Künstlerin eigenen, utopischen Entwurf hinzu. Durch das Kippen der Kamera um 90 Grad an den Hausfassaden zum Himmel gerichtet, entsteht eine neue Welt. Auch dies entspricht der realen Erfahrung der Fotografin. Hinter den Bauzäunen und Absperrungen und so mancher Eisentüre mit Aufschrift “Zutritt strengstens verboten”, beginnt ein Frieden, der sonst in der Stadt nicht zu finden ist.
* Manuel Castells:”Das Informationszeitalter. Zur Entstehung der Vierten Welt” Opladen 2003
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